Dienstag, Juni 11, 2019

Jenische Deutschlands

JENISCHE DEUTSCHLANDS

Wo seid Ihr? Die Jenischen wurden in Deutschland systematisch verfolgt. Aus jeder zweiten Familie gab es Opfer, die entweder in die sogenannten Heilanstalten oder in KZs eingeliefert wurden. Unmengen Jenische sind in den Konzentrations- und Todeslagern der Nazis, in Heimen, Heilanstalten, im Straßenbau, in den Steinminen gestorben, zu Tode gequält, an pseudo medizinischen Menschenversuchen gestorben, totgeschlagen, ermordet.

Die Ansprüche der Jenischen wurden nach dem Krieg von den Tätern abgelehnt. Die Jenischen wurden von den Plätzen in Wohnungen umgesiedelt.

Nach unseren Informationen müsste es jetzt um die 700.000 Jenische in Deutschland geben. Wo seid Ihr? Wo sind eure Ortsgruppen, eure Gemeindeverbände, Raumschaftsverbände, Landesgruppen? Ihr seid doch sicher in ganz Deutschland organisiert, denn wir können uns nicht vorstellen, dass das Jenische Volk aufgibt und sich einfach so als (a)soziale Randgruppe in die Mehrheitsgesellschaft integrieren lässt. Die Jenischen sind stolz, sie sind stolz Jenische zu sein, stolz auf ihre Herkunft. Ein Volk, das schon immer in Deutschland zuhause ist, dessen Ahnen entlang des Rheins gesiedelt haben, ein uraltes Nomadenvolk in Deutschland, einst als Nomaden in Deutschland unterwegs. Freie Menschen, die sich niemandem gebeugt haben.

Die Nazis wollten die Nomaden Europas ausrotten, denn die Nomaden waren diejenigen, die anders lebten als die Mehrheit. Robert Ritter hat die Nomaden systematisch aufgespürt, über die Kirchenbücher. Ritters "Menschenschlag" handelt von den Jenischen, die unter allerlei nationalsozialistischen Verleumdungen, Unterstellungen und Gemeinheiten, systematisch ausgerottet werden mussten. Das gesamte nomadische Leben sollte eliminiert werden. Zwangssterilisation, Kindeswegnahmen, Verfolgung und Ermordung. Nach dem Dritten Reich die übliche Behandlung durch die Nazis mit Hohn, Spott und Gemeinheit gegenüber den Opfern und ihren Hinterbliebenen.

Die Sinti schafften die Anerkennung ihrer Opfer, die Jenischen schwiegen. Haben die Nazi-Ideologen das Schweigen der Jenischen genutzt, um die Nomaden Europas verschwinden zu lassen? Die Nazi-Ideologie erlaubt kein nomadisches Leben.

Die Nazi-Ideologie erlaubt sehr wenig, keine freie Meinung, keinen Widerspruch, keinen Glauben - auch das Christentum nicht, keine Menschen anderer Hautfarbe, keine Ausländer, keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder Ehen und keine Reisenden. Diejenigen unter euch, die den Lügen der AfD auf den Leim gehen und sie wählen, sollten das wissen, denn sie schaffen uns alle ab. Was die alten Nazis noch nicht geschafft haben, versuchen die neuen Nazis, weil sie nicht begreifen, dass die Vielfalt die Basis allen Lebens ist. Man stelle sich das doch mal bildlich vor, alle Bäume werden gefällt, es darf nur noch Kiefern geben, auf der ganzen Welt... oder nur Elefanten, alle anderen Tiere werden abgeknallt.

Die Nazi-Ideologen entfernen die Jenischen aus der Geschichte des Dritten Reichs, fälschen die gesamte Geschichte im Nachhinein und ernennen das jenische Volk zu einer verarmten Randgruppe der Mehrheitsgesellschaft. Auch die Sinti und die Roma werden zwangsangesiedelt ... alle Familienbande werden nach und nach zerstört. Damit hätte die Nazi-Ideologie in Deutschland gewonnen, die Namen der einst Reisenden gibt es, die alten Listen existieren weiter, die Bürokratie in Deutschland erfasst alles.

Das jenische Volk hat eine Geschichte, auch Namen. Wenn das jenische Volk in Deutschland anerkannt ist, kann das jenische Volk in Deutschland die Reise wieder aufnehmen, genau das versucht die Nazi-Ideologie zu verhindern. Lassen Reisende sich das gefallen?


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